Neuer Tag und frisch erholt. So starteten wir unseren Tag in Johannesburg auch genannt JoBurg oder Josi!

Während der Wäschetrockner seine letzten Runden drehte, suchte Papa einen Ort für ein leckeres Frühstück. Dieser war dann auch schnell gefunden im Rosebank District. Alles sehr schick, sehr sauber, sehr sicher.

Ich bekam meine Tasse warme Milch und einen Swedish Bun – auch warm. 😋 Meine Eltern tranken ihren obligaten Kaffee. Alle happy.

Danach hiess es: Einsteigen bitte, in den roten Doppeldecker-hop on hop off-Bus. Von dem Dach des Buses aus konnten wir die tollen Bäume mit den violetten Blätter wieder bewundern, die uns gestern als erstes hier in Südafrika aufgefallen sind.
Eigentlich war der Plan, den Bus während der Route zu verlassen, um das Nelson Mandela Museum zu besuchen. Allerdings wurden wir darauf hingewiesen, dass dieses heute geschlossen wäre. Hmm, Anfängerfehler.
Alternativ würde man uns die Soweto-Tour empfehlen. Soweto steht für South-West Townships. Mama war skeptisch. In ein Township so mit Kind und allem. Da wir allerdings mehr als genug Zeit hatten und die Sache aus Sicht meiner Eltern sicher wirkte, wagten wir wahrscheinlich zur Unfreude aller meiner Grosseltern die Tour. Dafür stiegen wir um in einen kleinen Minibus. Der Tourguide war ein sehr lustiger Typ namens D. T., der sehr viel und schnell auf Englisch erzählte. Ich verstand nur Bahnhof.
Man zeigte uns wichtige Plätze und es gab einen Haufen Informationen. Auch am berühmten Nelson Mandela Haus, in dem er eine Zeit lang wohnte, kamen wir vorbei. Scheint ein wichtiger Mann gewesen zu sein.

Später zogen wir mutig in das Viertel Maboneng, über das meine Eltern gelesen haben, es sei aufstrebend, kreativ und für gutes Essen bekannt. Als uns der Uber Fahrer absetzte, war vor allem Mama mal wieder nicht so wohl. Es hatte ein paar Galerien, wenige Restaurants und irgendwie kein klares Zentrum. Wir liefen ein paar Mal die Strasse rauf und runter. Überall wollten uns Menschen Dinge verkaufen, auch sehr ausgefallene Mode fand ich. Auf der Suche nach einem späten Mittagessen und einem verwirrenden Restauranttipp, der sich als eine Galerie herausstellte, fand Papa ein tolles Leinwand-Bild. Der Mann dort sagte uns, dass der Restaurantteil erst in einem Monat öffnete. Also zogen wir kurzum zu Mama Mexicana nebenan, assen einen Burrito. Nachdem wir wieder in der Galerie standen, entdeckte ich verschiedene Instrumente. Ein lustiges Holzxylophon und noch ein Finger-Ding. Man bestätigte mir eine gewisse Musikalität. 😇

Während ich spielte entschieden sich meine Eltern nach einigem Hin und Her dafür, das Bild zu kaufen. Ein tolles Souvenir, dass künftig unser Wohnzimmer schmücken wird. Bei der Frage, ob das Viertel eigentlich als sicher gilt, sagte uns der Mann, dass wir nicht mehr als 50 Meter rechts und nicht mehr als 50 Meter links gehen sollte. Das Gefühl hat Mama also nicht getäuscht.
Wir bestellten uns fix ein weiteres Uber und fuhren zurück in die perfekte, glitzernde Welt der Shoppingmalls. Joburg ist wirklich voller Gegensätze. Da wir aus Dubai nämlich noch keine News wegen dem Telefon von Mama hatten, beschlossen meine Eltern, ein neues altes iPhone zu besorgen.

Da das nun auch erledigt war, kehrten wir zurück in die Wohnung. Hier musste ich Hausaufgaben machen. Papa kümmerte sich um das neue Telefon und Mama packte die frische Wäsche zusammen. Eine besorgte Whatsapp Nachricht von Lea, veranlasste uns dazu, dass wir in der Heimat anriefen. Schliesslich hatten wir ja keinen Zeitunterschied mehr. Beat und Lea machten sich Sorgen, dass Mama sich nicht zurückgemeldet hat seit den Malediven. Wir konnten erklären, dass alles in bester Ordnung ist und konnten sie gleichzeitig wieder einmal sehen. Es ist schon toll, unterwegs zu sein aber langsam vermisse ich auch die Menschen zu Hause. Da bereits kurz vor 20.00 Uhr war und Papa einen Tisch reserviert hatte, düsten wir wieder mit Uber los.

Das Restaurant mit tollem Ausblick über Josi stellte sich als hippes In-Lokal heraus, in dem laute Musik lief, alle Gäste sehr schick angezogen waren und es eher einem Partyraum als einem Essensraum glich. Ich mochte es sofort. Mama und Papa fühlten sich etwas fehl am Platz aber das Essen war sehr gut und ich war das einzige Kind weit und breit. Aufgrund der Lautstärke die herrschte, spielte es auch keine Rolle, wenn ich laut war. Aber dafür war ich eigentlich schon fast wieder zu müde. Zähne putzen und ab ins Bett.

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