Und wieder Wasserflugzeug, cool! Danach wurde es etwas anstrengend. Schliesslich hiess es: 5 Flüge in 21 Stunden. ✈️

Die grösste Sorge meiner Eltern war es, den Tag mit der langen Route einigermassen gut durchzustehen. Schliesslich war das der mühsamste Reisetag. Das wussten wir seit der Planung im Frühling. Da das Budget nicht unendlich ist und meine Eltern anscheinend einiges sparen konnten bei dieser Flugroutenwahl: Augen zu und durch. Vorallem DURCH die unendlichen Sicherheitskontrollen.

Es kam dann auch, was kommen musste. Die Security in Malé hat uns die verbliebenen zwei Nagelscheren (eine zum Basteln, eine für die Nägel) abgenommen. Bevor irgendjemand in Tränen ausbrechen konnte, ging es weiter in Richtung Colombo. Nur kurz über den Flughafen in das Land, in welchem wir drei so tolle Wochen verbringen konnte. Doch auch hier: Bevor es zu nostalgisch wurde, hiess es: LAST CALL for Dubai. Wir just in Time, schwuppdiwup’s Boarding.

Da es für uns Mitten am Tag war, waren wir alle hellwach und haben daher fleissig die Filme des Entertainment Systems gecheckt. Nach vier Stunden Flug und nun Ortszeit Mitternacht verliess uns das Glück etwas.

Ich habe geschlafen und daher nicht alles mitbekommen. Da wir in Dubai möglichst schnell aus dem Flugzeug wollten, da wir nochmals das Terminal wechseln mussten, ging vor lauter Hetzhetz mein Rucksack im Flugzeug vergessen. Mama ging also nochmals zurück zum Dock, durfte das Flugzeug jedoch nicht mehr betreten. Nach einigem Hin und Her tauchte mein Rucksack doch noch auf.

Meine Eltern waren aufgrund der Vereinbarung mit den Bodenpersonal im Malé der Meinung, dass wir in Dubai das Gepäck entgegennehmen und direkt wieder einchecken sollen. Am Gepäckband kam dann lange nichts, nur wieder der Schlaf der mich mitgenommen hat. Meine Eltern wurden nervös und noch schlimmer: Mama merkte, dass ihr Telefon in der Sitztasche des Flugzeugs liegen geblieben ist. Tja, schade. Nebst dem, dass unser Gepäck nicht auf dem Band auftauchte, fehlte nun auch noch das Telefon. Eine, wie sich später herausstellte, nicht so nette Dame der Emirates Fluggesellschaft schickte uns zum Lost & Found Schalter anstatt kurz den Kollegen des Flugzeuges anzurufen. Wir also komplett raus aus dem Flughafen, um drei unterbeschäftigte Männer am Schalter nach Unterstützung zu bitten. Inzwischen war es fast 02.00 morgens. Eigentlich haben wir uns die drei Stunden, die fürs Umsteigen geplant waren, unendlich lange vorgestellt, doch nun verrinn die Zeit, wie Sand zwischen den Fingern.

Einer der Männer machte ein Telefonat aber so schnell war mit einer Lösung nicht zu rechnen. Ein viel grösseres Problem stellte jedoch unser Gepäck dar. Anscheinend wurde dieses doch noch auf das Gepäckband gelegt und wir waren, ja genau, am Lost & Found Schalter. Somit mussten wir nun zum Baggage Service. Wir stürmten praktisch in den Raum, da die Zeit wirklich knapp zu werden schien. Aber unser Anstand und die gute Erziehung hielt uns davon ab, panisch herumzuschreien und wir baten das dortige Personal ganz nett darum, uns zu unseren drei Gepäckstücken zu verhelfen. Es stellte sich gleichzeitige heraus, dass wir noch das Terminal wechseln mussten und nur bis eine Stunde vor Flug, das Gepäck einchecken konnten. Mittlerweile war es kurz vor 03.00 Uhr. Abflug war 04.30 Uhr.

Da kam er. Mama und Papa schauten sich an. Ich war mehr schlafend als wach. Aber meine Eltern sprachen etwas von Robert Geiss. Ich weiss nicht, wer das ist aber anscheinend ist er berühmt. Papa und Mama machten jedoch kein Foto, und ich weiss nun nicht, wie der Typ aussah. Er redete nur die ganze Zeit in sein Telefon, dass er Vodka braucht und machte das Personal wahnsinnig. So viel zum Thema Höflichkeit. Dass dann noch seine Frau (Carmen Geiss) hinein stöckelte, machte die Comedy mitten in der Nacht komplett. Wir mussten lachen ab dem Irsinn, den uns der Flughafen Dubai bot. Zum grossen Glück kam dann nach einer halben Stunde ein hilfsbereiter Mann mit unser Gepäck und wir stürmten zur Metro. Wie sich herausstellte, fährt diese aber nicht in der Nacht.

Kurze Notiz von Mama: «Nie war ich glücklicher, vor diesen Ferien doch noch einen Rollkoffer gekauft zu haben.»

Also alles wieder zurück und raus aus dem Gebäude zum Taxistand – bei kuscheligen 40 Grad um 3 Uhr morgens!

Der Taxifahrer verzichtete zum Glück auf Smalltalk und steuerte direkt zum Terminal. Wir schafften es tatsächlich, alle Gepäckstücke aufzugeben und liefen, mal wieder, durch die Sicherheitskontrolle.

Der Flug von Dubai nach Äthiopien verlief einigermassen unspektakulär, bis auf das wir drei die einzigen weissen Personen waren. Aber meine Eltern hatten mir das ja schon angekündigt. Wir haben dann sowieso fast alle geschlafen.

In Äthiopien stiegen wir an einem sehr grossen und belebten Flughafen um. Zum Glück reichte die Zeit noch, um kurz Cola und Wasser zu organisieren. Dann startete der 5. und damit letzte Flug für uns innerhalb von 21 Stunden. Ein bisschen verrückt, war das Ganze schon. Wir landeten um circa 14.00 Uhr (Ortszeit und nun auch wieder Schweizerzeit) in Johannesburg und konnten komplett mit allen Gepäckstücken und allen Familienmitgliedern ein Uber zu unserem Appartement besteigen. Als wir aus dem Flughafen kamen, hatten wir noch einen kleinen Temperaturschock, da wir nun statt 36 Grad nur noch 16 Grad hatten.

Hier ist mit aufgefallen, dass alle Häuser Mauern um sich herum haben und es viele Sicherheitsleute gibt. Auch bei unserer Wohnung, die wir für zwei Nächte gemietet haben. Mama wollte sich die Wohnung gar nicht anschauen, sondern suchte direkt die Waschmaschine. Es war Waschtag in Johannesburg und irgendwie lief die Maschine nach unserer Ankunft drei Stunden lang, Die sauberen Unterhosen sind also gesichert. Ich bin gespannt, was Johannesburg für uns bereit hält aber jetzt heisst es erstmal: schlafen, schlafen, schlafen. Gute Nacht!

PS: we love Uber

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