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  • Da unser Flug nach Hause erst heute Abend geht, hatten wir nochmals einen Tag in Kapstadt. Obwohl für meinen Geschmack wäre es voll ok, zu gehen. Ich hab mittlerweile ziemliches Heimweh.

    Wir räumten unser Zimmer (tolle Unterkunft: Harpers House) und Papa packte alles in die Koffer und Taschen. Nach einem feinen Frühstück wurden wir abgeholt. Der Fahrer hiess Godfried und war sehr nett. Das heisst bei uns Gottfried, wie er erklärte. Er holte nebst uns noch zwei andere Personen (eine Abenteuerfrau aus Deutschland und eine Holländerin) ab und dann ging es in dieser überschaubaren Gruppe in Richtung Langa. Einem Township bei Kapstadt.

    Godfried fragte uns, ob wir nervös seien. Er sei ziemlich gestresst, denn die Stadt schafft ihn. Er kommt selbst aus einem Township und sagte, dass er sich dort tausend mal wohler fühle. Ich verstand nicht sofort warum, doch er erklärte es. In dem Ort, wo er wohnt, kennt man sich. So wie bei uns in Fehren. Die Stadt ist allerdings anonym und alle seien fremd. Man wisse nicht, wem man trauen kann. Er sagte uns auch, dass es normal sei, dass wir uns etwas komisch fühlten, denn schliesslich besuchen wir nicht jeden Tag ein Township. Er redete viel und in Englisch, sodass ich nicht alles verstand aber meine Eltern übersetzten mir die wichtigsten Sachen.

    Im Gegensatz zu Soweto (Township in Johannesburg) konnten wir mit der heutigen Tour auch begleitet in den Strassen umherlaufen und Menschen in ihrem Zuhause besuchen. Godfried, der selber zwei Kinder hat, übergab uns an unseren Guide, der uns durch das Viertel führte. Leider weiss ich den Namen nicht mehr, da er ziemlich schwer auszusprechen war. Aber er war jedenfalls sehr nett. Als erstes gingen wir in einen Kindergarten. Da war es voll laut. Bei uns ist das eher eine Kita oder Tagi. Denn die Kinder im Alter von 1 bis 6 sind hier und werden den ganzen Tag betreut. Wir durften auch zu den Kindern hingehen und Fotos machen. Für mich war es schwer, da mich die ganzen aufgedrehten Kinder (sie lieben Besuch von Touris), die lautstark Lieder sangen und gemeinsam spielten, sehr an meine Freunde zu Hause erinnerten. Ich hatte darum ganz ganz fest Heimweh.

    In dem Township Langa, dass es seit genau 100 Jahren gibt, wohnen die Menschen in verschiedenen Häusern. Es gibt ganz einfache mit Mauern, in denen auf engstem Raum drei Familien zusammen wohnen. Eine Familie hat in der Regel Eltern und vier Kinder (6 Personen). Die Eltern dürfen im Bett schlafen und die Kinder müssen auf dem Boden übernachten, da nicht mehr Platz vorhanden ist. Das Klo ist nicht im Haus und es gibt kein fliessend Wasser. Andere Häuser, für die man sich als Anwohner anmelden kann, haben nicht mehr Platz aber es wohnt dann nur eine Familie dort und es hat Wasser. Strom haben alle, da das Township am Netz ist. Um 22.00 Uhr abends ist dann Lichterlöschen für alle. Es gibt aber auch Wellblechhütten, da hat es praktisch nichts, ausser dem Stromanschluss. Papa hat gefragt, wie es mit der Kälte im Winter sei und wie sie heizen. Unser Guide hat dann gesagt, dass in den meisten Häusern nicht die Kälte das Problem ist (kein Wunder bei 13 Personen im Haus), sondern die Hitze. Ausser in den Wellblechhütten, die meist die erste Unterkunft in Langa sind. Wenn es draussen heiss ist, ist es drinnen heisser. Wenn es draussen kalt ist, ist es drinnen noch kälter. Das führt regelmässig im Winter dazu, dass die Hütten in Brand geraten, da die Bewohner ein Feuer machen, um wärmer zu haben. Es kommt jedes Jahr zu Bränden. Die Feuerwehr ist 10 Minuten entfernt und der Schaden daher meist sehr gross.

    An einem Stand verkauften ein Mann und eine Frau selbstgemachte Dinge. Da durfte ich mir ein Armband aussuchen. Meine Eltern haben nämlich vor vielen Jahren eine Favela in Rio de Janeiro besucht und bereut, dass sie nichts Lokales eingekauft haben. Ihnen ist es wichtig, dass dortige Gewerbe zu unterstützen. Fast hätte Mama es im Mietwagen liegen gelassen. Sie ist den ganzen Parkplatz zurückgerannt und konnte es noch aus dem Auto fischen. Phuu!
    Ich fand es auch spannend und irgendwie komisch, dass wir in die Häuser hineingehen konnten. Aber ich sagte immer Hallo und Bye Bye, was ganz gut ankam. 😇

    Unser Guide hat uns auch den Teil «Beverly Hills» von Langa gezeigt. Das sind reiche Leute, die genug Geld haben, um ein grosses Haus zu bauen. Er erklärte, dass wenn es den Kindern besser geht (sie einen Schulabschluss und/oder eine Anstellung haben und mehr Geld verdienen), sie meist in dem Township bleiben wollen. Es ist schliesslich der Ort an dem sie aufgewachsen sind. Also kommen sie zurück und renovieren das Haus der Eltern. Family frist!

    Er hat auch erzählt, dass sein Vater ihm als Kind erklärt hat, dass er nicht nur einen Vater oder eine Mutter hätte. Alle im Viertel seien seine Väter und Mütter und Geschwister und das man auf einander achtet. Als Kind fand er das doof, weil man keinen Blödsinn machen kann, da ihn immer jemand sehen würde. Jetzt als Erwachsener schätzt er das soziale Umfeld und den Zusammenhalt umso mehr. Es ist sein Zuhause. Ich freue mich auch auf mein Zuhause und schätze umso mehr, was ich habe. Denn das haben nicht alle. Jetzt sind wir am Flughafen und es ist Zeit für ein Fazit. Geniesst unsere letzten Bilder von der Reise und besonders auch unsere Top of the Tops Liste von sieben Wochen Reisen:

    • Bester Strand: Malediven & Pinguinstrand (Bouldersbeach)
    • Bestes Frühstück: hausgemachtes Frühstück in Kandy (Araawe Resort)
    • Bester Ausflug: Safari in Nkomazi (mega) und Wale Watching
    • Bequemstes Bett: Pensula Hotel (Hoti Poti 🤪) in Knysna
    • Tollste Bedienung: zwei Männer jeweils aus Sri Lanka (im Hotel in Amya Dambulla und auf den Malediven im Heritance)
    • Bester Kaffee: im Father in Joburg
    • Bestes Dinner: The Test Kitchen (megamega) in Kapstadt
    • Bester Fahrer: Suchi in Sri Lanka (und Papa in Südafrika)
    • Bester Ort zum Bleiben? Egal, hauptsache zu Dritt! ❤️
  • Am Montag war zuerst der Plan, dass wir uns die Stadt mit dem roten Bus ansehen, um uns zu orientieren. Wir wollten uns eine Übersicht über Kapstadt machen. Ganz in der Nähe zu unserem Hotel liegt der Stadtteil «Waterfront» und dort fahren auch die roten hopp on – hopp off Busse los. Wir hatten es nicht sehr eilig (schliesslich sind wir noch in den Ferien) und liessen es gemütlich angehen. Nach wenigen Stopps im Touri-Bus stiegen wir aus. Bereits vollgepackt mit Informationen über die Stadt. Meine Eltern finden es lustig, dass hier alles niederländisch benamst ist. Sie sagen, so fühlt es sich an, als ob man in Holland unterwegs wäre. Allerdings sind wir ja immer noch in Südafrika. Und Kapstadt wäre nicht so gross, wenn sie nicht vor langer Zeit viele viele Holländer geholt hätten, um das Land aufzuschütten. Die haben da anscheinend Übung, da die Niederlande ansonsten 1/3 weniger gross wäre. Echt krass.

    Bei der Haltestelle schnappten wir uns dann ein Uber für eine kurze Fahrt in ein angesagtes Stadtviertel. Hoffentlich nicht wieder, wie in Johannesburg, dachte ich. Aber alles gut. Kleine Läden, Ateliers und Kaffees befanden sich dort und Mama und Papa verfielen in Shoppinglaune. Lustigerweise war dort direkt noch ein Restaurant (The Test Kitchen), dass eigentlich noch auf Mama’s Auswahl stand. Laut Gerüchten war schon Tim Raue hier und empfiehlt es unbedingt weiter. Kurz entschlossen, haben meine Eltern die bestehende Reservation für den kommenden Abend abgesagt und dort einen Tisch gebucht. Zum grossen Glück! Es war ein sehr tolles Resti mit ganz vielen lieben Leuten. Das coolste war, dass ich eine Zuckerwatte zum Dessert bekommen habe. Auch sonst habe ich ganz viel probiert (Mirjam wäre stolz auf mich), denn meine Eltern haben sich das Menu ausgesucht. Und auch die Weinbegleitung dazu gegönnt. Eines der besten Essen während den ganzen sieben Wochen, sagten sie.

    Gestern waren wir dann etwas früher unterwegs, da wir die ganze rote Route mit dem Bus bis hoch zur Station vom Tafelberg machen. Zuerst gingen wir dann aber noch in das Aquarium an der Waterfront. Das war sehr spannnend und ich konnte diverse Fische wieder sehen, welche ich bereits mit Papa beim Schnorcheln auf den Malediven gesehen hatte. Und, endlich sah ich noch die grossen Haie. Die sehen doch ein wenig gefürchig aus und ich war froh da nicht im Wasser zu sein. Mit vielen Erkenntnissen über die Meereswelt verliessen wir dann das Aqarium wieder. Irgendwie aber auch traurig, wenn die Fische dort sind ja eigentlich alle eingesperrt und wenn man die so im Freien gesehen hat wiw wir, dann tut das einem doch irgendwie im Herzen weh. Vermutlich geht es uns dann mit den Tieren gleich, wenn wir wieder mal in den Zoo gehen.

    Unglücklicherweise hatten wir hier dann ein etwas unglückliches Timing. Gestern war das Dock im Hafen noch leer aber heute lag dort ein grosses Kreuzfahrtschiff. Tja, und die knapp 3’000 Leute wollten auch alle auf den Tafelberg. Alle! Wartezeit für die Gondel (Mama hat die Wanderung abgesagt) war 1.5 Stunden. Während wir hin und her überlegten, ob sich der Warteaufwand lohnt, standen wir in die Schlange und waren nach knapp einer Stunde auf der Bahn. Die ist sehr steil. Und lustigerweise war die Warteschlange nach uns weg. Wie von Zauberhand. Oben erwartete uns eine mega Aussicht. Wir liefen etwas umher, machten Fotos und wollten dann wieder runter. Wie die gesamte Belegschaft des Kreuzfahrtschiffes halt auch. Nun! Mann kann nicht immer gewinnen. Wie ihr bereits erfahren habt, war der Tag dann dank des wunderbaren Essens ja doch ein voller Erfolgt.

    Heute standen wir früh auf und wollten vor der Touristenmasse an die bekannten und beliebten Aussichtspunkte. Der Boulders Beach, wo man mit Pinguinen schwimmen kann und natürlich das Kap der guten Hoffnung. Papa entschloss sich dafür, dass wir zuerst an den Strand gingen, was vollkommen richtig war. Fast alleine an einem wunderschönen Strand mit türkis farbigen Wasser, weichem Sand und? Pinguinen! Sie waren direkt neben uns. Wir waren alle begeistert. Die Kletterpartie am Strand entlang, war super lustig. Zum Glück wurde nichts Wichtiges nass.

    Dann fuhren wir ans Kap der guten Hoffnung. Mama machte noch Witze wegen des Kreuzfahrtschiffes. Wir mussten nämlich die Erfahrung machen, dass es sich um viele drängelnde, laute und unfreundliche Passagiere handelt. Und lachen tun die auch selten. Leider wurde der Witz ernst und die Busse standen alle auf dem Parkplatz. Die Leute standen in einer riesigen Schlange, um ein Foto vor dem Schild zu machen. Zum Glück gab es zwei. Das Foto zeigt das linke Schild an dem Mama und ich kurz hingestanden sind, während sich nebenan die Leute aufgereiht hatten, um von ihrer Crew Fotos gemacht zu bekommen. Echt bekloppt. Meine Eltern hatten keine Lust auf Menschenmassen und so zogen wir von dannen. Kap der guten Hoffnung? Ja, wir waren da. Next!

    Bei der gestrigen Busfahrt und auf dem Tafelberg hatten wir tolle Sicht auf Camps Bay. Dort wollten wir heute zum Abschluss hin. Das haben wir auch gemacht (Picknickdecken-Einsatz Nr. 3!). Das Wasser hat hier etwas 14 Grad. Aber egal. Hauptsache Sand und Meer. Und wenn die Sonne scheint, fühlt sich das Wasser irgendwie auch wärmer an. Papa und ich fanden doch noch einen Ort, um in Ruhe eine Sandburg zu bauen und somit waren alle glücklich. Ende!

    Ach nee, morgen ist unser letzter Tag und bevor wir am späten Nachmittag zum Flughafen fahren, heisst es nochmals Abenteuer. Aber ganz sicher. Sicher! Bleibt dran. 🙂

  • Heute stand unser letzter Ortswechsel an. Wir fuhren nach Kapstadt und sagten Stellenbosch tschüss. Aber nicht ohne Frühstück. Papa fand einen guten Ort und wir bekamen Kaffee und für mich heisse Milch mit dem coolsten Bild im Schaum. Mama hatte einen Vogel (natürlich nur im Schaum), Papa einen Baum und ich Snoopy. 

    Dann ab zum Strand. Bei kuscheligen 36 Grad fuhren wir aus Sicherheitsgründen einen kleinen Umweg und hatten Glück mit Parkplatz. Grosses Glück sogar. Denn es hatte unfassbar viele Menschen am Strand. Ist ja Sonntag. Ganz vergessen. Es schien so, als ob ganz Kapstadt am Meer etwas Abkühlung sucht. Fix haben wir unseren Schattenspender aufgebaut (schon das zweite Mal) und dann los ins Meer. Das Wasser war ziemlich kalt, spielte aber keine grosse Rolle bei diesen heissen Temperaturen. 

    Leider eignete sich der Sand hier nicht zum Sandburgen bauen, auch wenn wir nebst all den Leuten sicher einen Platz gefunden hätten. Wir beschränkten uns also auf eine Sand-Schildkröte.

    Später fuhren wir zu unserem allerletzten Hotel in diesen Ferien, bevor es am Donnerstag Abend zum Flughafen nach Hause geht. Das Haus hat nur acht Zimmer und einen winzigen Pool. Es gefällt uns sehr gut. Nachtessen waren wir dann in einem Restaurant, in dem eine Gruppe Musik gespielt hat. Voll cool. Da lief die ganze Zeit Musik (Dining & Jazz) und ich fiel vom Stuhl. Alle herum erschraken lautstark. Ausser meine Eltern. Die blieben cool. Vielleicht lag es an dem Apéritif, den sie schon hatten. Ich flog ja wie in Zeitlupe und hab mir zum Glück nicht wehgetan. Also zurück den Stuhl gerichtet und weiter an meinem Comic gemalt. Irgendwann ging es dann ab in die Heia.

  • Bevor ich auflöse, was das heissen soll, teile ich euch mit, dass ich die letzten drei Tage aus Zeitgründen zusammenfasse. Schliesslich sind wir nun in der letzten unserer sieben Wochen Ferien und ich muss auch noch etwas chillen, bevor wir zurückfliegen.

    Ich finde zwar, dass es sich eher anfühlt, wie drei Wochen. Also nur von der Dauer. Nicht von dem, was wir alles erlebt haben. Aber bevor ich hier dem Abschiedstexte vorgreife, erzähle ich euch von Stellenbosch.

    Wie bereits im letzten Blog geschrieben, geht es hier um Wein und Velo. Also das mit dem Velo oder bzw. mit dem Helm und den Schuhen aus der Schweiz konnte sich Papa für seine Fahrten abschminken.

    Er ist dann zweimal am Morgen fahren gegangen (ohne Klickpedale aber dafür mit ausgeliehenem Helm) und konnte doch noch etwas die schöne Landschaft auf dem Fahrrad geniessen. Sein Paket bei der Post bleibt «lost». Mama und ich haben jeweils ganz gemütlich unser Z’morgen gemacht. Da wir auch eine Küche mit allem pi-pa-po haben, konnten wir uns gut eindecken mit Joghurt, Früchten, Milch und Brot. Nur Butter haben wir nicht gekauft, da die kleinste Packung 500 Gramm war. So viel können wir nie und nimmer aufbrauchen.

    Eigentlich hatte Papa mal etwas von einem Wein-Tram durch die Weingüter erzählt. Das haben Mama und Papa dann aber gekippt. Weil alles sehr lang(weilig) für mich wäre und darum: Zwei Tage und zwei ausgesuchte Weingüter und let’s do it. Am Freitag sind wir bei Le Pommier (Wine Estate). Die haben etwas von Kiddie’s Pairing auf der Homepage geschrieben. Mama hat mir erklärt, dass beim Pairing (tata, Auflösung vom Titel) auch ich Sachen zum Probieren bekommen. Natürlich keinen Alkohol. Ich fand das ziemlich cool. Zuerst bekam ich vier Säfte mit je vier Mini-Pizza’s. Dann gabs noch eine süsse Variante. Die Milchdrinks sahen cool aus, schmeckten jedoch mittel bis übel. Aber die Schlecksachen dazu waren sehr gut.

    Meine Eltern haben dann noch Wein bestellt und eine Chicken Pie à la Mama. Sie konnten sich kaum erholen davon, da die so lecker war. Nachtessen haben wir nun zweimal bei uns auf dem Grill gemacht. Ein bisschen wie Zuhause. Voll schön und gemütlich.

    Gestern sind wir dann, obwohl wir bereits eine Reservation für Nachtessen hatten, noch Mittagessen gegangen. Mama hat ein ganz kleine Eatery (Winshaw Vineyards) wenige Minuten von unserem Cottage gefunden. Die hatten einen schönen schattigen Garten (wir messen aktuell 36 Grad) und Fleisch aus eigener Haltung. Die Leute waren voll nett da und ich hab noch Meringue zum Dessert mit Mama und Papa geteilt. Wir haben sogar ein kleines Päckchen im Farmshop gekauft. Ich darf nun jeden Tag eins essen.

  • Nach den Abenteuer in Hermanus ging es heute weiter nach Stellenbosch. Ist anscheinend bekannt für Wein. Davor besuchten wir aber noch das Walmuseum. Dort hängt nämlich ein richtiges Walskelett an der Decke. Unglaublich gross. Dort habe ich nun auch die Unterschiede zwischen Wal und Fisch gelernt. Hausaufgaben für heute somit erledigt. 😇

    Am nächsten Ort bleiben wir nun vier Nächte. Wir können also mal so wieder etwas ankommen. Dieser Ort ist sehr grün, sehr windig und touristisch. Also viele Leute auf der Strasse. Und das war insbesondere für das Vorhaben von Papa störend. Nebst der kurzen Reise nach Stellenbosch hatten wir eine Reservation auf einem Weingut für ein Mittagessen. Grad noch knapp Platz bekommen. Hier muss man alles lange im Voraus planen und buchen.
    Dann hatte das Fahrrad Priorität. Papa hat seit längerer Zeit ein Bike gemietet, um hier fahren zu gehen. Der Ort ist nämlich auch bekannt dafür. Ich finde es fast etwas schade, dass ich mein Velo nicht dabei habe.

    Jedenfalls wollte Papa nicht sieben Wochen lang Fahrradschuhe und Helm mitschleppen und hat die Sachen hierher schicken lassen. Das Fahrrad zu bekommen, dauerte einige Zeit und darum gingen Mama und ich auf den Spielplatz nebenan. Hier hatte es eine Mini-Strasse und Mini-Velos. Auch eine Zipline war vorhanden, so dass mir das Warten nichts ausmachte. Ich hab sogar eine Mädchen getroffen, mit dem ich spielen konnte.

    Dann hiess es, ab zum DHL Schalter, denn der Velovermieter hat das Paket mit den Schuhen und dem Helm nicht bekommen. Leider hatte der nur noch wenige Minuten offen. Es reichte jedoch, um herauszufinden, dass das Paket bei der normalen Post anstatt DHL Südafrika gelandet ist. Papa weiss also nicht, ob das Paket noch ankommt, solange wir in hier sind. Die Nerven liegen blank.

    Noch zu unserer Bleibe für die nächsten Tage: Wir haben wieder ein schönes Haus (nennt sich Cottage) mitten im Grünen. Ich finde es etwas lustig. Ich habe ja bald Geburtstag und jedes Jahr wünsche ich mir einen Erdbeerkuchen. Doch meine Eltern sagen immer, dass es im November keine Erdbeeren gibt. Tja, nun ist unsere Unterkunft direkt neben riesigen Erdbeerfeldern voller Erdbeeren. Es gibt also doch Erdbeeren im November. Hab’s doch gewusst.

  • Mir war es gar nicht bewusst aber als Papa mir sagte, dass wir nun die längste Autofahrt der ganzen Reise machen, fand ich das so mittel. Obwohl ich darauf spekulierte, Bildschirmzeit zu verhandeln. Fünf Stunden schleckt ja keine Geiss weg.

    Tschüsse Krankenzimmer (an einem wunderschönen Ort in einem sehr chilligen Hotel) und auf in die Stadt der Wale. Hermanus war das Ziel! Dazwischen, wie gesagt, fünf Stunden Autofahrt. Aber wie sagt man so schön? Alles hat ein Ende, ausser du hast eine Powerbank. Scherz!

    Nachdem wir weg von der Küste mehr ins Landesinnere fuhren, heizte es im Auto so richtig ein. Draussen waren über 33 Grad. Mama war zwiegespalten. Klimaanlage stärker und wieder Ohrenweh oder schwitzen bis der Arzt kommt? Die Mischung macht’s. Und ein Glace an der Tankstelle hilft auch.

    Unterwegs waren meine Eltern fasziniert von der Landschaft. Ich bekam nicht viel mit. Hab gut verhandelt. 🤪

    Wir fuhren vorbei an riesigen Getreidefelder, um dann wieder durch eine grüne Oase zu kommen.

    In Hermanus angekommen, hiess es, ran an die Schlüsselbox und rein in die riesige Wohnung mit Balkon. Uuuund? Einem Hochbett für mich alleine. Voll cool.

    Heute Morgen rüttelte mich Mama in meinem Hochbett (logischerweise habe ich oben geschlafen) ganz früh wach. Ab aufs Boot. Eigentlich mussten wir erst um halb 9 im Hafen am Treffpunkt sein aber meine Eltern möchten ja noch einen Kaffee. Logisch.

    Am Hafen ging es ratz fatz. Noch kurz eingedeckt mit Apfel und Tee und dann erzählte uns unser Guide Jacques (natürlich hiess er Jacques) alles, was wir für die Ausfahrt wissen mussten. Ich bekam eine Schwimmweste und dann fuhren wir los.

    Nach wenigen Minuten war bereits helle Aufregung an Bord. Eine Gruppe Delfine wurde gespottet. Wie sich herausstellte, handelte es sich um etwa 600 Tiere. Nein, hier ist keine Null zu viel. Es war wunderschön. Die Tiere begleiteten unser Boot und sprangen immer wieder durch die Luft. Man konnte sich gar nicht satt sehen an der Schönheit und Eleganz der Tiere.

    Ok, spätestens jetzt wisst ihr, dass ich ein bisschen Hilfe beim Blog schreiben habe und so Sätze von Mama oder Papa kommen. Logo.

    Wir waren total glücklich und rechneten nicht mehr mit viel weiterem. Jacques hat nämlich gesagt, dass ca. 95% der Wale bereits weiter gezogen sind. Und doch!

    Wir Glückspilze begegneten einer Walkuh mit ihrem Kalb (Bryde’s Wale). Das wäre äusserst selten. Ok, sehen konnten wir nicht allzu viel. Immer mal wieder eine Flosse und etwas Rücken der Tiere. Aber dieser Jacques und seine Crew sind Profis. Sie hatten eine Drohne dabei und konnten damit in der Luft sehen, wo die Tiere waren und wann sie an die Wasseroberfläche zum Luftholen auftauchen. Leider gingen diese Momente ganz schnell vorbei. Und die Zeit die wir aufs Wasser bzw, die Wellen schauten, wurde immer länger. So lange, dass mir übel wurde. Speiübel. Cola half ein bisschen. Zurück an Land ging es mir dann ganz schnell wieder gut.

    Uuuund jetzt kommt das Allercoolste: wir haben den Film, den die Crew mit der Drohne gemacht hat, gekauft. Die ursprünglichen acht Minuten können gerne in einer privaten Aufführung mal gezeigt werden. Hier habt ihr in verdaulichen kürzeren Dauer einen Ausschnitt und damit die Gelegenheit zu sehen, was wir heute erleben durften. Ein unvergessliches Erlebnis.

    Am Nachmittag gingen wir dann noch kurz an den Strand. Einen riesigen Strand, der viele Kilometer lang ist. Wir entdecken jedoch einige tote Quallen. Es hiess also obacht! Aber wer uns kennt, weiss, dass uns weder Quallen noch fehlendes Equipment davon abhalten, unserem liebsten Strandhobby zu fröhnen: das Sandburgenbauen! Endlich konnten wir nun auch unsere Picknick-Decke und unser Strandzelt doch noch einsetzen, bevor wir es ungenutzt wieder in unserem Übergepäck verschwinden lassen. Ins Wasser gingen wir dann auch noch, bei frischen 15 Grad Wassertemperatur 🤪

  • Irgendwie ist im Moment etwas der Wurm drin. Zumindest bei Mama. Mir und Papa geht es gut aber bei ihr scheint die Erkältung immer stärker als besser zu werden. Zum Glück haben wir nebst der Reiseapotheke noch Ohrentropfen in Graskop gekauft.

    Hier war es auch eher kalt, sodass wir sehr sehr froh über den eigenen Hot Pot und auch das Cheminée im Zimmer sind.

    Da wir aufgrund Krankenlager und richtigem Herbstwetter am Samstag nicht allzu viel gemacht haben (Bewegungsradius max. 50 Meter), hält sich dieser Blog etwas kürzer. Was soll ich Spannendes übers Herumliegen erzählen?

    Also doch. Den Hot Pot feuern wir mittlerweile selber an und ich darf sogar helfen. Voll cool.

    Fernsehschauen aus dem Bett finde ich mindestens so toll. Der erste Film war E. T. – der Ausserirdische. Zwischendurch war er nicht so lustig aber alles in allem hat er mir gut gefallen. Vor allem, dass sie mit den Fahrrädern durch die Luft gefahren sind.

    Der zweite Film war nicht so meins. Obwohl es lustig sein sollte. Naja…

    Am Sonntag kam dann wieder die Sonne raus und es wurde tagsüber wieder schön warm. Papa und ich konnten dann doch den Pool ausgiebig nutzen während Mama primär auf dem grossen Daybed gelesen und geschlafen hat um wieder zu Kräften zu kommen.

    Morgen packen wir wieder unsere Sachen und ziehen weiter nach Hermanus. Dort haben wir eine Bootsfahrt geplant, um Wale zu beobachten. Hoffentlich sind dann alle wieder fit. Drückt uns die Daumen.

  • Das Wetter war heute Morgen mittel. Darum haben wir die dicken Vorhänge noch länger zugelassen und haben ausgeschlafen. Bis fast halb 9 Uhr.

    Tagesprogramm war heute: chillen. Nachdem wir gestern Abend noch im Hotpot sassen, haben wir diesen zugedeckt, um uns heute direkt nochmals ins warme Wasser zu setzen.

    Nachdem das Wetter nach dem Frühstück doch noch etwas besser wurde, änderten wir unsere Pläne. Doch davor kletterte ich noch auf eine Schaukel, die direkt am Baum neben dem Zimmer aufgehängt ist. Nachdem sich meine Eltern geweigert hatten, mir anzugeben, hab ich den Dreh endlich selber rausgefunden. Ich wollte gar nicht mehr runter. Hat ja fast nur sieben Jahre gedauert.

    Wir fuhren dann doch noch los. Und zwar zum Aussichtspunkt «Knysna Headpoint». Hier ist die schmale Stelle, die in die Lagune von Knysna führt. Offenbar eine der schwierigsten Einfahrten der Welt. Daher liegen auch ganz viele Wrackteile unten am Meeresboden. Da haben sich die Kapitäne und Kapitäninnen wohl etwas schwer getan. Wir hingegen sind ganz nach oben gefahren und konnten die schöne Aussicht auf die Lagune und auf das Meer bestaunen. In wenigen Wochen beginnt hier die Hochsaison. Da stehen sich die Leute wohl auf den Füssen rum. Wir hatten es recht entspannt. Irgendwann habe ich genug Wellen und Steine gesehen und wollte weiter.

    Wir fuhren wieder runter zur Waterfront. Ein touristisches Mini-Städtchen mit viel Krimskrams-Läden. Doch plötzlich entdeckte Mama etwas mega Tolles. Zwischen den Läden stand unter einem grossen Dache eine riesige Modelleisenbahn. Man konnte sogar Geld einwerfen, so dass verschiedene Züge begingen, ihre Runden zu drehen. Es war eine Loki aus der Schweiz (angeschrieben mit CIBA) und auch zwei Tankkesselwagen mit «MIGROS, Suisse» dabei. Da hat es wohl ein Bähnler nach Südafrika gezogen. Ich konnte mich fast nicht von dem grossen Kasten lösen und wollte alle Häuser, Figuren, Tiere und Fahrzeuge entdecken.

    Da heute Halloween ist, haben verschiedene Leute ihre Läden mit Gespenstern und Kürbissen dekoriert. Ich durfte sogar ein Foto mit Casper machen. Keine Ahnung, wer das sein soll. 👻👻👻 Doch meine Eltern hatten noch die Kunstgallerie im Kopf, die hier um die Ecke war. War ganz ok aber etwas speziell.

    Dann fuhren wir noch über die Brücke zu einem ganz kleinen Inselteil. Dort habe ich in einem Restaurant, dass auch eine Bäckerei (Ile de pain) ist, ein feines Stück Gugelhopf bekommen.
    Zurück im Hotel sprangen wir dann endlich in den Hotpot und blieben bis wir ganz schrumpelige Haut bekamen.

    Morgen ist das Wetter anscheinend ganz ganz bescheiden. Wir schlafen also nochmals aus und sind den ganzen Tag faul.

  • Heute hiess es «good bye» und wir fuhren nach dem super feinen z’Morge (mega Joghurt) vom Mount Misty oder auch genannt Mount Frosty weiter auf der Garden Route.

    Auch wenn ich insistierte, dass wir bereits gestern eine Wanderung gemacht haben, meinten meine Eltern, dass das gestern nur ein Spaziergang war. Ich bin anderer Meinung.

    Also ging es, bevor wir mit der Klippenwanderung starteten, mal wieder zum Spar. Wir deckten uns ein mit Brot, Schinken und Früchten. Kein Cola. Sehr zum Bedauern von Mama, wie sich später noch zeigte. Dafür hat sie eine Familienpackung Taschentücher gekauft.

    Am Anfang der Route hatte es einen Shark Spotter. Voll cool. Der schaut den ganzen Tag auf’s Meer und hat ein Megafon. Sollte er ein Hai entdecken, schlägt er damit Alarm. Anscheinend war früher sogar einmal ein weisser Hai an diesem Strand direkt neben der Küste.

    Der Weg war danach immer rauf und runter und die Sonne knallte von oben. Nach einer Zeit haben wir unten im Wasser Robben gesehen. Je weiter wir den Weg gelaufen sind, desto mehr sahen wir. Und schmeckten wir. Es war ziemlich stinkig. Mama setzte sich plötzlich auf einen Stein und Papa und ich waren schon weiter oben. Dann hat Papa ein Foto von Mama gemacht. Ihr dürft es unten auch sehen. Mama sagte, sie hätte dort nicht mehr gekonnt und sich ein Cola mehr als alles andere gewünscht. Irgendetwas von Kreislauf bla bla. Ja, wenn ich so viele Taschentücher bräuchte, dann müsste ich im Bett liegen.

    Jedenfalls war die Wanderung voll cool weil man immer auf’s Meer und die grossen Wellen schauen konnte. In der Mitte kamen wir bei einem rieisgen Strand vorbei, bei dem von beiden Seiten Wasser kommt. Eigentlich wollte ich dort baden aber es windete so stark, dass der Sand auf der Haut weh tat. Also zogen wir weiter. Papa ist dann beim Überqueren mit einem Fuss voll ins Wasser gestanden. Ich musste richtig lachen. Ok, nicht nett aber… lustig. 😂

    Irgendwo auf den Klippen assen wir unser super improvisiertes Sandwich und dann ging es zurück zum Auto. Nächster Halt: Golfplatz. Also nicht direkt sondern neben an. In Knysna wartete unser nächstes Hotel. Dort bleiben wir nun richtig lange. Ganze vier Nächte. Hier haben wir ein Cheminée im Zimmer und einen Hotpot draussen. Denn lassen wir uns heute noch anfeuern. Selber darf man das nicht machen. Anscheinend hat ein Gast einmal fast das Hotel abgebrannt. Jetzt sind sie hier etwas heikel. Was man auch nicht machen sollte, ist, die Terrassentür offen lassen. Hier hat es anscheinend Affen und die wissen, wo der Kühlschrank steht. Smart.

    So, und jetzt geniesst die Bilder ohne Geruch von unserer Klippenwanderung.

  • Heute stand ein Besuch im Tsitsikamma National Park an. Lustiger Name. Jedenfalls hiess es, wir gingen eine kurze Strecke wandern.

    Nachdem wir eine kurze Fahrt mit dem Auto gemacht hatten und ich dabei wieder ein Hörspiel hören durfte, waren wir am Meer. Dort gab es richtig grosse und laute Wellen.

    Wir liefen einen kleinen Weg, der uns zu einer Felsformation direkt am Wasser führte. Ich fand eine mega coole Muschel, die ich nicht mitnehmen darf. War aber trotzdem sehr schön. Dann gingen wir den Weg weiter bis zu einer Stahlseilbrücke. Dort hatte es auf den Klippen ganz viele Murmelis. Also eigentlich sind sie grösser aber sehen sehr ähnlich aus und heissen Klippschliefer. Wir kehrten langsam um, denn die Menschenmasse, die sich mittlerweile um uns staute, wurde immer grösser. Dann gab es noch einen kurzen Mittagssnack direkt am Strand. Zack zack und dann mussten wir zurück ins Hotel. Papa hat uns einen Termin zum Quadfahren gemacht.

    Gerade noch rechtzeitig waren wir zurück und mit Papa und mir kam noch ein Pärchen mit. Überschaubare Gruppe also. Ich bekam ein Haardingsbums (Haarnetz) und einen seltsamen Helm. Papa sah auch ganz lustig aus. Nach einer Übungsrunde ging es los. Mir hat es sehr gut gefallen. Auch wenn wir Pannenhilfe leisten mussten. Papa sagte, dass die Dinger wohl nicht so gut gewartet sind.

    Zurück im Hotel hiess es mal wieder: Hausaufgaben machen. Meine Lehrerinnen haben nämlich geschrieben, was sie mit der Klasse bearbeitet haben und ich muss mithalten. 🙄 Mittel spannend. Danach gabs noch eine Sprung in den Pool und eine kalte Nacht im Gartenhäusschen. Es stellte sich nämlich heraus, dass unser Häusschen zwar sehr nett und gemütlich aussah, in der Nacht jedoch die Temparaturen eines Kühlschrank’s annimmt. Immerhin gab es viele Wolldecken und eine Heizung, die Lärm macht, wie ein brummender Lastwagen. Morgen ziehen wir dann wieder weiter.